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Warum der 12./13. Januar?

Der 12. und 13. Januar stehen für den abso­luten Tief­punkt in der Geschichte des Arbeits­hauses Rummelsburg.

Am 13. Januar 1941 wurden alle 30 jüdi­schen Insassen im Rahmen einer „Sonderaktion“ der NS-„Euthanasie“ in ein Krankenhaus nach Buch verlegt. Vier Tage später wurden sie mit einem Bus zur Heilanstalt Bernburg gebracht, wo sie mit Gas ermordet wurden. Bernburg war zu diesem Zeitpunkt eine Tötungsanstalt der „Aktion T4“, so der Tarnnamen einer großangelegten Mordaktion, die sich gezielt gegen Patienten und Kranke richtete. Bis 1941 wurden über 70.000 Menschen im Rahmen der „Aktion T4“ im Reichsgebiet ermordet.

Am 12. Januar 1942, also ein Jahr später, gerieten die Insassen des Arbeitshauses erneut in das Blickfeld der „T4“. Diesmal kam eine hochrangige Kommission nach Rummelsburg und „begutachtete“ alle fast alle der damals knapp 1.500 männlichen und weiblichen Insassen anhand eines Fragebogens. Erstmals wurden so alle „Asoziale“ einer Anstalt im Rahmen des nationalsozialistischen „T4“-Mordprogramms erfasst.

In 314 Fällen stimmten die Gutachter überein, die Menschen töten zu lassen. Sie wurden aber, anders als die jüdischen Insassen ein Jahr zuvor, nicht ermordet. Denn die Mitarbeiter der „T4“ wurden beim Massenmord an den europäischen Juden eingesetzt.

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